Praxis für ERGOTHERAPIE

Corinna Stark


Maßnahmen der Ergotherapie


1. Motorisch-funktionelle Therapie

Definition: 

Eine ergotherapeutische motorisch-funktionelle Behandlung dient der gezielten Therapie von Störungen der motorischen Funktionen mit und ohne Beteiligung des peripheren Nervensystems und den daraus resultierenden Fähigkeitsstörungen.

Therapeutische Wirkungen:

  • Aufbau physiologischer Haltungs- und Bewegungsmuster
  • Aufbau physiologischer Muskelfunktionen und Muskelkoordination
  • Verbesserung der Grob- und Feinmotorik
  • Vorbeugung gegen Fehlstellung/Fehlhaltung, Kontrakturprophylaxe
  • Desensibilisierung, Sensibilisierung einzelner Sinnesfunktionen
  • Narbenabhärtung
  • Schmerzlinderung
  • Verbesserung der gestörten Gelenkbeweglichkeit

 

2. Sensomotorisch-perzeptive Therapie

Definition:

Eine ergotherapeutische sensomotorisch-perzeptive Behandlung dient der gezielten Therapie von Störungen der sensomotorischen und perzeptiven Funktionen und den daraus resultierenden Fähigkeitsstörungen. Sie ist ein komplexes Behandlungsverfahren mit häufig mehreren Therapiezielen.

Therapeutische Wirkungen:

Entwicklung und Verbesserung

  • der basalen Sinneswahrnehmung
  • visueller und auditiver Wahrnehmung
  • der Körperwahrnehmung und des Körperschemas
  • der Sensomotorik, der Gleichgewichtsfunktionen und der Haltung
  • der Grob- und Feinmotorik
  • Koordination und Umsetzung von Sinneswahrnehmungen (Sensorische Integration)
  • Hemmung pathologischer Bewegungsmuster, Bahnen normaler Bewegungen und Koordination von Bewegungsabläufen




3. Hirnleistungstraining

Definition:

Ein ergotherapeutisches Hirnleistungstraining/eine neuropsychologisch orientierte ergotherapeutische Behandlung dient der gezielten Therapie von Störungen der neuropsychologischen Hirnfunktionen, insbesondere der kognitiven Störungen und den daraus resultierenden Fähigkeitsstörungen, wie z.B. Gedächtnis, Merkfähigkeit, Konzentration und Ausdauer.

Therapeutische Wirkungen:

Wiederherstellung und Verbesserung der kognitiven und amnestischen Funktionen wie

  • selektive und geteilte Aufmerksamkeit, Alertness, Vigilanz
  • Konzentration
  • Merkfähigkeit, Kurz- und Langzeitgedächtnis und Merkspanne
  • Orientierung zu Raum, Zeit, Ort und Person
  • Reaktionstempo, -zeit und -geschwindigkeit
  • sprachlogisches und numerisches Verständnis
  • visuelle und auditive Wahrnehmung, Wahrnehmungsgeschwindigkeit

 

4. Psychisch-funktionelle Therapie

Definition:

Eine ergotherapeutische psychisch-funktionelle Behandlung dient der gezielten Therapie von Störungen der psychosozialen und sozioemotionalen Funktionen und den daraus resultierenden Fähigkeitsstörungen.

Therapeutische Wirkungen:

  • Psychische Stabilisierung und Aktivierung
  • Verbesserung von Antrieb, Motivation und Vitalität
  • Stärkung sozioemotionaler Kompetenzen, Kontakt-, Interaktions- und Kommunikationsfähigkeit
  • Verbesserung der kognitiven Funktionen und der Konzentration
  • Verbesserung der Körperwahrnehmung, Selbst- und Fremdwahrnehmung sowie der Wahrnehmungsverarbeitung
  • Verbesserung der Konfliktfähigkeit, Angstbewältigung und Frustrationstoleranz